Autoclubs und ihr Kampf gegen Fahrverbote

Noch immer spüren wir die Nachwirkungen des Dieselskandals. Dieser begann, als Prüfer in Amerika Autos von Volkswagen überprüften und dabei feststellten, dass die Dieselmotoren auf dem Prüfstand viel weniger schädliche Abgase ausstießen, als im realen Betrieb auf der Straße. Schnell wurde klar: VW hatte durch eine Software versucht, Prüfmethoden zu hintertreiben und damit nicht nur Millionen Kunden, sondern auch Verwaltungen und Regierungen belogen. In der Aufarbeitung des Dieselgates gingen mehrere Manager und Techniker des Konzerns ins Gefängnis und vor allem VW-Tochter Audi hat sich auch 2019 noch nicht vollkommen erholt.

VW hat das Ende des Diesel besiegelt

Sogar wenn Beobachter die kriminelle Energie des Konzerns ignorieren, muss doch festgestellt werden: Mit seinen Betrügereien hat VW aktiv das Ende des Diesels in Deutschland eingeleitet. Inzwischen hat sich auch durch die Berichterstattung in den Medien der Eindruck verhärtet, dass der Diesel eine überholte Technologie ist, die schnellstens abgelöst werden muss. Und spätestens als die ersten Städte Fahrverbote für ältere Diesel ins Spiel brachten, begann ein Kreislauf, der vor allem für Handwerker, Unternehmer und Geringverdiener Nachteile brachte.

Dagegen protestierten Deutschlands Autoclubs und machten sich gegen eine Alternative zu Fahrverboten stark. In München konnte der Club „Mobil in Deutschland“ sogar eine Abkehr von Verboten erreichen – obwohl die Landeshauptstadt Bayerns eigentlich in Zukunft für allem den Fahrradverkehr fördern will. Die Kritik vieler Clubs ist dabei gleich: Messwerte werden nicht einheitlich erhoben und bieten so kein verlässliches Bild. Zwar mussten die hundert Lungenärzte in Deutschland ihre Kritik an Studien der WHO, der Weltgesundheits-Organisation, nach peinlichen Rechenfehlern zurücknehmen und Verkehrsminister Andreas Scheuer erhielt aus Brüssel eine klare Abfuhr – der Protest der Autofahrer aber bleibt.

Immerhin: Autos lassen sich nicht von heute auf morgen ersetzen. Sie kosten gewaltige Summen und vor allem Fahrzeuge für Handwerker werden oft nicht einmal als Benziner oder E-Autos verkauft.

Wer hier nicht auf die kleinen Leute achtet, verliert jedes Augenmaß.