Kommt der Alkolock in deutsche Autos?

Ein kräftiger Puster, eine kurze Wartezeit und erst dann erwacht der Motor zum Leben. Diese Bilder kennen wir aktuell nur aus Film und Fernsehen. Doch wenn es nach einigen Politikern in Deutschland geht, könnten die Alkolocks bald zur Realität werden.

Schon 2016 machte der damalige Verkehrsminister Alexander Dobrindt auf die Möglichkeiten dieser Systeme aufmerksam, nun könnten die Sperren für die Zündung wirklich eingeführt werden. In Schweden werden diese Systeme bereits für Berufskraftfahrer in Bussen, Taxis und Lastwagen eingesetzt.

Wie viele Menschen fahren betrunken?

Eine genaue Anzahl von Fällen von Alkohol am Steuer ist schwer zu benennen. Der Hintergrund ist, dass die meisten Fahrten über einem Blutpromillewert von über 0,5 unentdeckt bleiben und damit auch nicht von der Polizei aufgenommen werden. Jedoch lassen sich gut 7,3 Prozent aller tödlichen Verkehrsunfälle in der Bundesrepublik direkt auf Alkoholkonsum zurückführen.

2017 starben mehr als 230 Personen auf den Straßen in Deutschland. Zwar ist die Anzahl der Verkehrstoten in den vergangenen Jahren auch durch gnadenlose Aufklärungs- und Informationskampagnen weiter zurückgegangen, dennoch ist jedes Todesopfer ein Opfer zu viel.

Alkolock für Wiederholungstäter?

Doch kommt der Alkolock für alle Verkehrsteilnehmer – oder nur für einige Unbelehrbare? Diese Frage steht noch immer im Raum und ist ungeklärt. Einfach, da die Kosten für eine flächendeckende Ausrüstung aller Autos nicht im Verhältnis zu Trunkenheitsfahrten in Deutschland stehen.

Jedoch könnten vor allem Intensivtäter mit dieser Technologie davon abgehalten werden, betrunken loszufahren. Sie müssten dann vor jeder Fahrt beweisen, dass sie körperlich in der Lage sind, ihr Auto zu bewegen. Dieses Vorgehen müsste aber womöglich individuell und durch einen richterlichen Beschluss angeordnet werden – da ein Alkolock auf die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen einen Einfluss haben könnte.

Zudem gibt es offene Fragen beim Datenschutz, da die Geräte auch Manipulationsversuche aufzeichnen können. Wie mit diesen Informationen umgegangen werden dürfen und ob sie verwendbar sind, müssten ebenfalls erst Gerichte klären.